Verkehr/Mobilität
Lappen weg bei acht Punkten
Einfacheres Punktesystem, höhere Bußgelder – Ramsauer will Flensburger Punktekatalog reformieren
Die Flensburger Punktekartei soll reformiert werden. Im Februar will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Reformprojekt vorstellen, das voraussichtlich Ende 2013 in Kraft tritt. Demnach wäre der Führerschein schon bei acht Strafpunkten weg – und nicht wie bisher nach 18.
Laut Auto Bild ordnet die neue Punktezählung Verkehrsdelikte künftig nicht mehr in sieben sondern nur noch in zwei Kategorien ein. Grobe Verstöße wie zu schnelles Fahren werden statt mit ein bis drei Punkten dann generell mit einem Punkt angemahnt. Für schwerwiegende Delikte gibt es zwei Punkte – und nicht mehr drei bis sieben. Wer es auf vier Punkte in der Strafsünderkartei bringt wird ermahnt, nach sechs Punkten folgt die Verwarnung und acht Punkte kosten den Führerschein.
Entlastung für Wiederholungstäter
Eine weitere Neuerung: Strafpunkte dürfen bei weiterem Verstößen nicht verlängert werden sondern verjähren einzeln. Wenn beispielsweise ein Strafpunkt nach zwei Jahren getilgt ist und noch vor Fristende ein neuer Verstoß hinzukommt, kann der Eintrag im Zentralregister nicht automatisch auf weitere zwei Jahre ausgedehnt werden. Stattdessen verjähren 1-Punkt-Delikte nach zwei und 2-Punkte-Delikte nach drei Jahren.
Gefährliches Verhalten wird teurer
Wie die rund 50 Millionen Strafpunkte aus dem alten Register in den neuen Katalog integriert werden soll, bleibt noch offen. Auch der Bußgeldkatalog wird verschärft und konzentriert sich auf gefährliches Fehlverhalten. Telefonieren während der Autofahrt könnte sich verteuern, da eine erhebliche Gefährdung der Verkehrsteilnehmer besteht. Für eine fehlende Umweltplakette in Umweltzonen wiederum soll es künftig keine Punkte mehr geben. Bei Straftaten wie Trunkenheit am Steuer ist der Lappen auch weiterhin sofort weg.
Autoneuheiten 2012
Audi A3 weiterhin Trendmodell der Kompaktklasse – Subaru Forester XV überzeugt mit Serienausstattung
Mehr als 160 neue Modelle und Varianten stellen die Autobauer im Laufe des Jahres vor. Mercedes präsentiert beispielsweise mit dem CLS Shooting Brake einen eleganten Sportkombi mit Allradantrieb und Heckklappe. Sportlich elegant geht es auch bei BMW in München zu: Das Coupé 6er CS begeistert als Sechs- oder Achtzylinder – in jedem Fall aber als Viertürer.
Sportliche Kompakte
In der Kompaktklasse kommt 2012 der neue Audi A3 mit stylischen Details im Innenraum. Der Golf VII verlässt die Werkshallen dieses Jahr mit einem Plus an Chrom, strengen Konturen und längerem Radstand, was sich dank gesenkter Produktionskosten aber nicht im Preis widerspiegeln soll. Die A-Klasse von Mercedes entfernt sich vom hohen Microvan-Look und wird kompakter. Was bleibt sind die tiefe Straßenlage und der Quermotor. Auf Sportlichkeit setzt Seat und liefert den Leon 2012 als Zweitürer, Kombi oder Stufenheck-Ableger Toledo. Die neue Kompaktklasse des schwedischen Herstellers Volvo erinnert mit dem Schrägheck an den A3 Sportback.
Geländelimousinen
Die Wolfsburger präsentieren den Passat Alltrack nach bewährtem Audi-Allroad-Muster: mit Allradantrieb, Schlechtwegefahrwerk und rustikalen Anbauteilen. Der Subaru Forester XV zeigt, was ein SUV leisten kann/ soll: permanenter Allradantrieb, große Bodenfreiheit und Berganfahrhilfe gehören zur Serienausstattung. Ford setzt mit dem Van B-Max auf Komfort. Schiebetüren und die fehlende B-Säule garantieren den bequemen Einstieg. Auch beim Honda CR-V ist der Vierradantrieb nicht inklusive. Mehr Raum bietet der Toyota Prius + – ganze 50 Prozent Steigerung beim Ladevolumen sprechen für sich.
Öko und Leichtbau im Trend
Ökonomisch und ökologisch soll der abgespeckte Peugeot 207-Nachfolger sein, der als Dreizylindermotor mit 82 PS und einem CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer daherkommt. Der Mazda 6 trumpft in diesem Jahr mit verbesserter Aerodynamik, Leichtbau und optimierten Motoren auf. Der Dauerbrenner Mercedes SL hat sich nach zehnjähriger Laufzeit einer Entschlackungskur unterzogen: die neue Generation bringt dank Leichtbau und verfeinertem Fahrwerk wesentlich weniger auf die Waage. Ab Frühjahr sind die 340 bzw. 435 PS starken V6- und V8-Direkteinspritzer zu haben.
Oben ohne
Beim VW Beetle muss das Blechdach in diesem Jahr dem Stoffdach weichen. Der zweisitzige Mini Roadster und die kantige und sparsame dritte Generation des Porsche Boxster bleiben auch 2012 dem Stoffverdeck treu. Der 911setzt währenddessen auf optische Täuschung: das mehrteilige Hardtop ist als Faltverdeck getarnt.
Wulfing vor Golf
Die Top Ten der weltweit meistverkauften Autos 2011
Die vom Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichte Liste der weltweit meistverkauften Autos wartet mit diversen Überraschungen auf. Der Toyota Corolla geht mit einer Jahresproduktion von 1,02 Millionen Einheiten klar in Führung, obwohl er in Europa bereits durch den Auris abgelöst wurde. Auch der Hyundai Elantra ist auf dem europäischen Markt nicht zu haben, sein Pendant hierzulande ist der i30. Dennoch knackt der kompakte Koreaner die Millionen-Marke bei den Zulassungen und landet damit auf Platz zwei. Ins obere Drittel der Rangliste rollt der chinesische Kleintransporter Wuling Sunshine, der mit 943.000 Zulassungen den Ford Focus auf den vierten Rang verweist. Auf dem fünften Rang landet der Kia Rio, gefolgt vom Ford Fiesta.
Erst auf Platz sieben taucht der erste deutsche Hersteller auf: der VW konnte mit dem Jetta 745.000 verkaufte Autos verbuchen. Mit dem Toyota Camry platzieren die Japaner noch ein Modell in der Hitliste. Der meistverkaufte Wagen in den USA lässt damit den Chevrolet Cruze hinter sich, der mit 691.000 Zulassungen auf Platz neun landet. Erst auf dem zehnten Platz landet der Deutschen liebster Kompaktwagen: der VW Golf. Deutschlandweit hält sich der Wolfsburger seit Jahren ganz oben, im weltweiten Vergleich wiederum schließt er mit 648.000 Zulassungen die Bestenliste ab.
Ein Fall für zwei?
Das Wechselkennzeichen kommt Mitte 2012
Nach fast zwei Jahren Diskussion um das Wechselkennzeichen hat der Bundesrat einer Änderung der Zulassungsverordnung zugestimmt – und damit der Einführung des Wechselkennzeichens bis Mitte 2012. Ab dann können Fahrzeughalter kurzfristig zwischen zwei privaten Kraftfahrzeugen der gleichen Fahrzeugklasse wechseln und brauchen dafür nur ein Nummernschild. Das soll die Anschaffung eines Zweitwagens, zum Beispiel eines umweltfreundlichen Elektro- oder Hybridautos, attraktiver machen. Das Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: einem kleineren Teil mit HU-Plakette, der am Fahrzeug verbleibt, und einem aufsteckbaren Hauptkennzeichen mit der Zulassungsplakette, das ein Fahrzeug für den Straßenverkehr gültig macht. Voraussetzung ist, dass beide Fahrzeuge die gleiche Kennzeichengröße haben. Das Auto, das gerade nicht genutzt wird, darf nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen stehen.
Nachrechnen lohnt sich
Die Versicherungsbranche hat angekündigt, günstigere Pakete für beide Fahrzeuge zu schnüren. Ob sich das Wechselkennzeichen für den Fahrzeughalter wirklich rentiert, wird sich zeigen, wenn die Steuersätze und Verwaltungsgebühren verbindlich benannt sind und entsprechende Versicherungsverträge angeboten werden. Laut der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) schlägt eine Neuzulassung derzeit je Fahrzeug mit rund 105 Euro zu Buche: 40 Euro Sachkosten und etwa 65 Euro Verwaltungsgebühren. Die Sachverständigen der GTÜ empfehlen deshalb: abwarten, bis alle Details und Kosten verbindlich geregelt sind, und dann nachrechnen.
Jeder Fünfte kommt nicht durch
TÜV-Report 2012: Beleuchtung, Achsen und Bremsen stehen auf der Mängelliste ganz oben
Fast 20 Prozent aller Fahrzeuge, die zur Hauptuntersuchung kommen, haben erhebliche Mängel. Das geht aus dem TÜV-Report 2012 hervor. Positive Signale kommen hingegen aus Regionen, in denen viele Anträge für die Abwrackprämie gestellt wurden. Getrübt wird der positive Einfluss allerdings dadurch, dass einige der Modelle, die besonders von der Konjunkturspritze profitiert haben, prompt auf den hinteren Plätzen im TÜV-Report 2012 landen, etwa das Schlusslicht Dacia Logan oder der Fiat Panda auf dem drittletzten Platz.
Toyota mit Spitzenwerten
Die goldene Plakette geht im zweiten Jahr in Folge an den hybridbetriebenen Toyota Prius mit einer Mängelquote von 1,9 Prozent Mit dem Toyota Auris auf Platz zwei fahren die Japaner 2012 einen Doppelsieg ein. Er teilt sich mit einer durchschnittlichen Mängelquote von 2,6 Prozent den zweiten Platz mit dem Mazda 2. Auf den Folgeplätzen die ersten Deutschen: der Porsche Boxster und Cayman mit einer Mängelquote von 2,8 Prozent, gleichauf mit seinem Landsmann, dem VW Golf Plus, der sich im Vorjahresvergleich um einen Platz verbessert hat.
Regelmäßige Wartung wichtig
Auch wenn der Mängelanstieg im TÜV-Report 2012 geringer als in den Vorjahren ist, ist der Zustand der Autos weiter verbesserungswürdig. Wie im Vorjahr stehen Beleuchtung, Achsen und Bremsen auf den Mängellisten ganz oben. Leichte Verbesserungen gibt es beim Licht. „Das hohe Niveau der Mängelquoten untermauert, wie wichtig die regelmäßige Wartung gerade bei älteren Fahrzeugen ist“, sagt Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV Süd Auto Service GmbH.
Ökobraun ist das neue Schwarz
Farbtrends gibt es auch bei Autos
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Neuzulassungen der vergangenen Jahre ausgewertet und herausgefunden: Frauen mögen es bei Autos bunter als Männer. Außerdem identifiziert das KBA drei Farbepochen. In den 90er Jahren spiegelte sich der allgemeine Modetrend mit wild gemusterten Batik-Stoffen und grellem Neon auch in farbenfrohen Autos wider.
Um die Jahrtausendwende war dann aber Schluss mit lustig, und es wurde deutlich ernster und gediegener. Dunkle Töne wie Grau und Schwarz setzten sich durch. Nun scheint sich wieder ein Wechsel anzukündigen, und Experten rechnen mit einer Rückkehr zur Farbe.
Öko-Zukunft – Öko-Farben?
Weil Elektroautos und Hybridmodelle im Kommen sind, rechnen die Farbforscher mit einem Trend zu Ökofarben. Erdige Töne wie Kupfer, Beige oder Mint passen gut zu den umweltfreundlichen Eigenschaften der Autos. Auch Weiß ist weiterhin im Trend, weil es rein und klar ist. Es entspricht dem Wunsch vieler Menschen zur Vereinfachung des Lebens.
Woher kommt der Trend?
Für die Farbwahl der Käufer liefern Psychologen verschiedenste Erklärungen. Manche verbinden Farben mit bestimmten Charaktereigenschaften der Fahrzeughalter – Rot steht etwa für Leidenschaft, Blau für Harmonie. Andere wiederum betrachten die Auswahl als stimmungsabhängig oder erklären die Änderung der Farbpalette auf unseren Straßen damit, dass die Leute sich irgendwann einfach satt gesehen haben. Tatsache ist, dass Farben für Hersteller strategisch wichtig sind, weil sie sich den Kunden besser einprägen als beispielsweise neue technische Details. Die Herausforderung liegt darin, die aktuelle gesellschaftliche Stimmung farblich aufzugreifen und gleichzeitig einen Blickfang für potenzielle Käufer zu bieten.
Nächste Runde für Rußpartikelfilter-Förderung
Staat unterstützt Dieselfahrzeug-Halter 2012 wieder mit 330 Euro beim Nachrüsten
Im kommenden Jahr fördert der Bund wieder die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Rußpartikelfiltern mit 330 Euro. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat grünes Licht für eine Neuauflage der Förderrunde von 2009 und 2010 gegeben. Insgesamt stehen dem Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA) 30 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung. Laut BAFA reicht diese Summe für rund 90.000 Anträge. Der Zuschuss gilt nur für Pkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Wer sein Fahrzeug nachrüsten möchte, kann das Geld ab dem 1. Januar 2012 beantragen. Eine rückwirkende Förderung für Nachrüstungen von 2011 ist nicht möglich.
Die Nachrüstung der Dieselfahrzeuge verringert den gesundheitsschädlichen Partikelausstoß und verbessert die Luftqualität. Umgerüstete Fahrzeuge erhalten in der Regel eine grüne oder gelbe Umweltplakette. Weitere Informationen erhalten Nachrüstwillige in ihrer Kfz-Werkstatt.
Ziel der Initiative ist es, die Grenzwerte für Feinstaubbelastung einzuhalten. Die Luftqualität ist in stark verkehrsbelasteten Bereichen bedenklich und kann sich schädlich auf die Gesundheit auswirken. Dieselruß gilt als krebserregend, weil es aus sehr kleinen Feinstaubpartikeln besteht, die besonders leicht in die Atemwege eintreten und somit das Risiko fördern zu erkranken.

